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Thomas lehnt sich bequem im Sessel zurück und
betrachtet dabei nachdenklich den vor ihm
liegenden Stapel touristischer Prospekte, in
denen Hotels, Meer, Palmen, Berge und
braungebrannte Schönheiten zu sehen sind. Die
Wahl fällt ihm und seiner Frau, die ihm
gegenüber sitzt, schwer.
„Na“, sagt er, „wollen doch mal sehen, wo wir
dieses Jahr zum Angeln hinfahren?“
„Zum Angeln? Ich denke wir fahren in Urlaub?“,
verbessert sie ihn und blickt mit gerunzelter
Stirn auf die Fotografien der Mädchen im
Badeanzug.
„Natürlich“, antwortet er, „Spanien – dort waren
wir schon – und in Frankreich ebenfalls.“
„Warum nicht nach Italien oder Griechenland?
Museen, Ruinen...“
„Hm, aber das hier ist vielleicht interessant:
Montenegro.“
„Liegt das in Europa?“
„Ich will aber fliegen, in einem Luxushotel
wohnen, kulturelle Abwechslung haben,
interessante Leute treffen und breite
Strände...“
„Hör mal zu: Montenegro hat eine 290 km lange
Küste, 56 km davon ist Sandstrand. Die Adria ist
sauber und klar, ihre reich gegliederte Küste
wind- und wellengeschützt. Sieh dir doch die
Hotels, das Meer und die Strände an!“
Er liest: „Ein steiler Gebirgszug trennt die
Küste von der fruchtbaren Zeta-Ebene, zu der
auch der Skutarisee gehört. Der größte
Süßwassersee auf dem Balkan ist nur 6 km
Luftlinie vom Meer entfernt. Der See ist reich
an seltenen Fisch- und Vogelarten. Viele Angler
und Jäger aus aller Welt sind hier anzutreffen.
Wildenten, Schnepfen, Pelikane, Reiher, Störche.
Silberkarpfen und Lauben, seltene Fischarten,
doch hier kommen sie zahlreich vor.“
Montenegro ist ein Land der Kontraste. Sonne und
Meer - Berge, das ganze Jahr über schneebedeckt.
Warmes, mediterranes Klima mit 2700
Sonnenstunden jährlich – drei Autostunden später
Skigebiete.
„Das ist unmöglich! Wie groß ist denn
Montenegro?“
„Die größte Entfernung innerhalb Montenegros
beträgt 190 Kilometer. Noch etwas interessantes:
Montenegro ist ein ökologischer Staat. Seine
Regierung schützt die unberührte Natur. Hier
kann man noch unbeschwert atmen! – Hier steht
auch etwas über die Kultur: Ein vielfältiges
Mosaik unterschiedlicher Einflüsse auf Schritt
und Tritt. Illyrische, griechische, römische,
byzantinische, venezianische und islamische
Geschichte. In der Altstadt von
Ulcinj ist jeder
Stein historisch.“
„Steht da etwas über die Leute in Montenegro?“
„Die Menschen hängen sehr an Tradition, Moral,
Bräuchen und Geschichte, dennoch sind die
Montenegriner sehr kommunikativ und
gastfeundlich.“
„Hört sich alles interessant an und ist mal
etwas Anderes, ganz Neues.“
„Also, auf geht’s nach Montenegro!“
Montenegro in Zahlen:
1991 wurde Montenegro zum ökologischen Staat
erklärt.
Fläche: 13.812 km²
Einwohner: 620.000
Hauptstadt: Podgorica, Regierungs- und
Wirtschaftszentrum, 159.000 Einwohner.
Residenzstadt: Cetinje, historisches und
kulturelles Zentrum.
Sprache: montenegrinisch, Schulsprache: deutsch
und englisch
Währung: Euro
Küstenlänge: 290 km
Gesamtlänge der Strände: 73 km
Längster Strand:
Ulcinj, 13 km
Höchster Berg: Bobotov kuk (Durmitorgebirge)
2.522 m
Größter See: Skutarisee, 391 km²
Tiefster Canon: Tara-Canon 1.300 m
Größte Bucht: Boka Kotorska
Nationalparks: Durmitor 39.000 ha, Lovcen 6.400
ha, Skutarisee 40.000 ha
Naturressorts und historische Orte unter
UNESCO-Schutz: Durmitor mit Tara-Canon, Altstadt
von Kotor.
Verkehrsverbindungen: Flughäfen Podgorica und
Tivat
Hafen: Bar und Fährschifflinie Bar – Bari
Eisenbahnlinie: Bar – Beograd
Küstenstraße: Adria-Magistrale |